Ein Blog aus Hamburg über Hamburg. Eine humorvolle Betrachtung des alltäglichen Treibens. Es geht um die Menschen und die Ereignisse in der Hansestadt. Die komischen Menschen und die komischen Ereignisse. Kleine Ereignisse in der großen Stadt. Leise Töne in einer lauten Umgebung. Amüsant, unterhaltend, manchmal wirr. Eben 'Tüdelkram from Hamburg'.



6. August 2017

Flower Power

Immer mal wieder erdrückende Schwüle, zwischendurch erfrischender Regen und als Sahnestück "on top" gern mal ein knackiges Gewitter. Das alles bei wohligen 16 - 28 Grad. Herrlich! Das ist der typische Hamburger Sommer, wie wir ihn kennen. Zumindest im Moment. Beziehungsweise seit ein paar Jahren.
Wie auch immer: "Solange die Pfützen nicht zufrieren, ist Sommer"! Diesen Spruch habe ich in letzter Zeit öfter gelesen. Und Recht hat der Verfasser! Ein guter Grund, sich auch modisch auf die ach so schönste Zeit des Jahres einzustellen.

Wir beginnen unsere mehr als überschaubare Mode-Show mit einer Unbekannten aus dem 174er Bus irgendwo im Norden Hamburgs.
Den Damen brauche ich natürlich nichts weiter erklären, aber den Herren sei gesagt: Blumen sind dieses Jahr ziemlich im Trend. Und ich meine nicht die bunten Dinger in Muttis Garten, sondern farbenfrohe Muster auf den Klamotten. Aber seht selbst:


Très chic!
Der Begriff "farbenfroh" wurde hier zugegebener Maßen sehr eigenwillig interpretiert.
Und auf den ersten Blick schreit dieses Oberteil scheinbar "NIEMALS BLUMEN". Auf den zweiten Blick aber sagt es uns "Stop Dreaming NEVER". Doch auf den aller letzten Blick erkennen wir dann den Slogan "NEVER STOP DREAMING". Oh Gott, wie schön!
Auch diese verwaschene Farbenkombination aus schwarz, grau und rot ist...äh...da.

Man kann davon nun halten was man will. Was ich mich jedoch stets beim Anblick einer solchen Garderobe frage, ist, wie wohl der Einkauf dazu ausgesehen hat?!
Ich meine, da geht diese Frau vermutlich in ein Geschäft, das vollgestopft ist mit Klamotten. Shirts, Tops, Blusen, Pullis und so weiter. Dutzende Kleidungsstücke aus vielfältigen Materialien in endlosen Farbkombinationen. Und dann wählt diese Person DAS DA?!? Ernsthaft?
Das wäre ja so, als wenn jemand in den Supermarkt geht und sich im endlosen Nasch- und Schokoladenregal ein Bounty aussucht. Diese Kokosdinger, die stets gut zwischen Snickers, Twix, Lion, Mars und so weiter versteckt werden. Wer macht sowas?

Und dieser Slogan! Bei aller Liebe! Geht gar nicht! "Never stop dreaming"...in der Hitliste der abgenudelten, ausgelutschten und vollends aufgebrauchten Sprüche rangiert dieser hier auf Rang drei, gleich hinter "Lebe jeden Tag, als wäre es Dein letzter" (dann wäre aber wirklich bald Ende) und natürlich "Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deine Träume" (wenn man so will das Gegenteil zu "Never stop dreaming").

Das zweite Model lief mir zum Feierabend über den Weg und damit sehr unangenehm über die Pupille.

Warum nur?
Wo soll ich anfangen?
Hier müsste man eigentlich schon auf medizinischer Ebene ansetzen. Rein orthopädisch betrachtet sieht das gar nicht gut aus. Stichwort Fuß- und Schulterhaltung.
Aber egal, wir beschränken uns auf den modischen Aspekt. Und hier versagt die Dame auf allen Ebenen. Zunächst sind die Farbkombinationen so miserabel, man könnte sie beinahe als männlich bezeichnen: hellblaue Schuhe, dunkelblaue Jacke, dazwischen dieses etwas von einer Hose und dazu eine rote Handtasche. Den Jutesack ignoriere ich einfach mal.
Schätzchen, was war da los? Ich höre Guido Maria Kretschmer bis hierhin reihern.
Die niemals zu träumen Aufhörende in Bild eins war zumindest farblich 1A abgestimmt: grauer Pulli zu grauer Jacke (auf dem Schoß) nebst grauer Handtasche (gleich darüber). Wenn ich richtige sehe, ist sogar die Handyhülle grau.

Zurück zu Bild zwei: konzentrieren wir uns auf die Hose. Ich weiß, es ist schwer.
Kleine Nebeninformation an dieser Stelle: diese Frau ist, wie auch schon die Protagonistin im ersten Foto, um die 30 Jahre alt. Zieht sich aber an wie ihre Mutter.
Wir haben hier zart-rosa Blüten mit blass-grünen Blättern auf eierschalenfarbener Hose. Auch hier drängt sich die Frage auf: wie kommt man zu so etwas?
Man kann eigentlich nur hoffen, dass das Mädel sehr blass, nackt und tätowiert ist. Dann wäre das Erscheinungsbild noch einigermaßen sexy. Von den Falten mal abgesehen.

Der sozial veranlagte Leser kritisiert an dieser Stelle sicher nicht zu Unrecht, dass Spaß auf Kosten anderer nicht gerade vorbildlich ist. Das stimmt natürlich.
Aber mal ehrlich: davon lebt dieser Blog doch! Im Grunde tue ich ja nie etwas anderes. Wer sich in der Öffentlichkeit durch Außergewöhnliches hervortut, muss nun mal damit rechnen, dass darüber gesprochen wird. Und da macht es doch keinen Unterschied, ob es sich dabei um komische Äußerungen oder komische Klamotten handelt.
Bilder beeinflussen uns aber generell noch mal ganz anders. Kennt man ja aus den Medien.

Zum Abschluss noch mehr Blumen. Das folgende Outfit setzt dem Ganzen meiner Meinung nach die Krone auf und ist in dieser Form sogar käuflich zu erwerben. Gefunden habe ich es bei Zalando. Ein Unternehmen, das sicherlich keine Werbung nötig hat, so dass ich den Namen ganz ungeniert preisgebe. Werbegelder dürfen natürlich trotzdem gern überwiesen werden...

Qual...äh...Quelle: Zalando.de
Flowers at it´s best!
Wer seine Umwelt in diesem Outfit erschrecken möchte, muss dafür aktuell lediglich 152,20 Euro investieren (Normalpreis: 193,80 Euro). Schnäppchen!
Und noch ein Sparfuchs-Tipp: ohne die Schuhe halbiert sich der Komplettpreis. Da kann man dann wirklich nicht meckern.
Aber Vorsicht: wer sich in dieser Garderobe bei Planten un Blomen oder im Stadtpark blicken lässt, läuft Gefahr, begossen zu werden.

Bevor das Ganze hier noch zum Fashion-Blog mutiert, beende ich meinen Ausflug in die Modewelt besser. Ich habe davon eh keine Ahnung. Tragt doch was Ihr wollt, tue ich ja auch.

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