Ein Blog aus Hamburg über Hamburg. Eine humorvolle Betrachtung des alltäglichen Treibens. Es geht um die Menschen und die Ereignisse in der Hansestadt. Die komischen Menschen und die komischen Ereignisse. Kleine Ereignisse in der großen Stadt. Leise Töne in einer lauten Umgebung. Amüsant, unterhaltend, manchmal wirr. Eben 'Tüdelkram from Hamburg'.



12. Januar 2014

Zum Geburtstag viel Spaß

Happy Birthday to you, Happy Birthday to you, Happy Birthday lieber Bloo-og, Happy Birthday to you!


Ja Mensch, dolle Sache. Ein ganzes Jahr. Wer hätte das gedacht. An dieser Stelle vielen Dank an Euch, liebe Leser, für Eure Klicks und Views und Kommentare und Treue. Ohne Euch würde das hier nur halb so viel Spaß machen...wenn überhaupt.

Und zur Belohnung und zur Feier des Tages gibt es heute natürlich 1A "Tüdelkram from Hamburg".

Es handelt sich dabei (mal wieder) um einen kleinen Rückblick. Die Feiertage liegen noch nicht allzu lange zurück und einige Geschehnisse aus dieser Zeit befinden sich noch immer in der erzählerischen Warteschleife. Denn trotz der relativ vielen, freien Zeit kam ich bislang nicht dazu, Euch daran teilhaben zu lassen. Es war dann doch irgendwie zu viel los. Insbesondere über Weihnachten. Geschenke, shoppen, planen, essen. Und dann der ganze Alkohol. Meist in Form von Glühwein, Feuerzangenbowle oder ähnlicher Teufelsflüssigkeiten daherkommend, nahm das Thema Alkohol, wie jedes Jahr, einen hohen Stellenwert ein. Einerseits benötigt es relativ viel Zeit, den ganzen Alkohol zu trinken und andererseits benötigt es ebenfalls relativ viel Zeit, mit dem anschließenden Kater fertig zu werden. Und zwischen dem ganzen Konsumieren von Geschenkartikeln sowie Lebens- und Genussmitteln ist man dann zumeist beschäftigt mit besinnlich sein. Alleine diese Besinnlichkeit ist ein enormer Zeitfresser. An manchen Tagen kommt man ja vor lauter Besinnlichkeit zu nichts anderem mehr. Nicht mal zum Saufen.
Und dennoch geschehen Dinge, die es wert sind, niedergeschrieben zu werden. So zum Beispiel an diesem einen Morgen, als ich an einem meiner letzten Arbeitstage im mittlerweile veralteten Jahr auf den Bus wartete. Eine Unternehmung, die bei Weitem spannender klingt als sie tatsächlich ist. Und so stand ich also da und fühlte mich nur mäßig unterhalten. Vorbei fahrende Automobile verlieren tatsächlich sehr schnell ihren Reiz. Irgendwann wiederholen sie sich sogar. Langweilig. Doch plötzlich tauchte ein HVV-Linienbus im Modus "Leerfahrt" am Horizont auf. Er kam näher, wurde langsamer und hielt an. So weit, so gut. Doch er hielt genau gegenüber meiner Haltestelle, also auf der anderen Straßenseite. Und der Witz dabei: dort befindet sich überhaupt kein Bus-Stop. Nicht mal ein gewöhnlicher Parkplatz. Nur eine recht großzügig gestaltete Abbiegespur. Das Unterhaltungsniveau stieg spontan um gute 100 %. Und es ging noch weiter. Der Busfahrer verließ sein Gefährt und machte sich an, die Straße zu überqueren. Zu Fuß versteht sich. Und zwar direkt auf mich zu. Fast ängstlich aber überwiegend neugierig fixierte ich den Chauffeur und versuchte zu erkennen, was er wohl im Sinn hatte. Toilettenpause vielleicht? Aber dann wäre ich doch lieber in den kleinen Wald auf seiner Seite gegangen. Frühstückspause? Möglich, der Rewe ist hier ja gleich um die Ecke. Aber im Grunde gab es in Anbetracht der Parkplatzposition und des eingeschlagenen Fußweges nur zwei erkennbare Optionen: entweder er wollte sich in der Mietwagenstation hinter mir ein kleineres Gefährt ausleihen oder aber mit mir zusammen in den Bus einsteigen. Ich kam dann nicht mehr dazu, die Unsinnigkeit dieser beiden Möglichkeiten festzustellen, denn der Fahrer kam direkt auf mich zu und sagte: "Hallo, 'schuldigung. Können sie mir sagen, wie ich nach Niendorf komme?"
Ich hatte vermutlich einen ähnlichen Gesichtsausdruck wie sein zurückgelassenes Gefährt aufgesetzt aber antwortetet dennoch: "Äh...ja...also. Da fahren sie am besten hier weiter geradeaus. Und dann...äh...die Zweite links. Und dann...äh..." - Ich stockte. Mir fiel in diesem Moment auf, dass ich ihn auf die Fahrstrecke des normalen Linienbusses lotsen wollte. Irgendwie naheliegend, wie ich finde. Aber doch recht kompliziert.
"Ähm, vergessen sie das. Das ist die Strecke, die der normale Bus immer fährt."
"Welcher Bus?", fiel mir der Mann ins Wort.
Interessante Gegenfrage. Von einem Busfahrer.
Um es abzukürzen: der von mir erwartete Bus fuhr plötzlich ein und der Suchende fragte seinen fahrenden Kollegen (erfolgreich) um Rat.

Ich war nun in zweierlei Hinsicht beruhigt: zum einen gab es offensichtlich doch noch kompetentes Personal und zum anderen handelte es sich dabei um das Personal, das MEINEN Bus steuerte.
Und dessen nicht genug, der Mitarbeiter des Tages legte noch mal nach. Erst wenige Sekunden Fahrtzeit waren vergangen, als mein persönlicher Steuermann zum Mikro griff und eine in nahezu allen Belangen vorbildliche Durchsage ablieferte:
"Sehr verehrte Fahrgäste. Durch die Leitzentrale wurde mir soeben mitgeteilt, dass die derzeitige Sperrung der Bahnstrecke verlängert werden muss und voraussichtlich noch bis 22 Uhr andauern wird. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit."
In der Hitliste der Durchsagen ganz klar ein Anwärter auf die vorderen Plätze. Tolle Wortwahl, starker Ausdruck, exzellenter Satzbau. Echt gut. Und trotz allem so kurz und knapp, dass die wichtigen Informationen sofort auffallen. So wusste also nun jeder im Bus, dass die Sperrung der...äh...ja, der was eigentlich? Oder besser: wo genau?
Sogar der energische Zeitungsleser vor mir ließ das Druckerzeugnis auf seinen Schoß sinken und schaute irritiert in die Runde. Witziger Weise blickten jetzt alle wartend und fast flehend auf die Lautsprecher, anstatt auf den Fahrer, der ja nur wenige Meter weiter quasi zum Greifen nahe war.
Um aber auch diese Episode abzukürzen: der Fahrer bemerkte natürlich recht schnell seinen Lapsus und lieferte alsbald die genauen Koordinaten des Sperrgebiets nach.

Wie auch schon an jenem Morgen wechseln wir jetzt zusammen in diesem Beitrag das Fortbewegungsmittel und befinden uns nun mehr in der U-Bahn, Linie 1. Auch bekannt als "die Blaue". Eine junge Frau, die bereits ganz und gar in das Entwicklungsstadium "pflichtbewusste, vorstädtische Hausfrau" übergangen war, unterhielt sich mit ihrer Mutter. Und zwar wetteiferten sie darum, wer von ihnen denn wohl am wenigstens auf das äußerliche Erscheinungsbild achtet, wenn es darum geht, sich in den allgemeinen Waschkeller des Wohnhauses zu begeben.
Während Frau Mutter lediglich mit Lockenwicklern und Hauskleid aufwarten konnte, fuhr das Töchterchen weitaus schwerere Geschütze auf und teilte dies der versammelten Fahrgemeinschaft recht lautstark mit:
"Manchmal steige ich einfach nur aus dem Bett raus, ziehe meine Schlafanzughose aus und schlüpfe in meine 'Cindy aus Marzahn-Schlabberhose' und gehe dann so runter. Ohne vorher noch ins Bad zu gehen."
Toll. Echt toll. Und wie sie sich dabei auch noch ständig durchs Haupthaar fuhr und sich ständig nach allen Seiten umblickte und voller Stolz die anderen Fahrgäste musterte. Leider muss ich gestehen, dass wir, also die übrigen Fahrgäste und ich, einfach nicht mitspielen wollten und ihr die lobende Anerkennung, sie sie zweifelsohne verdient gehabt hätte, nicht zukommen lassen wollten. Armes Ding.

Zurück zum Bus. Es ist mein erster Arbeitstag im aktuellen Jahr und in Begleitung mittelgroßer Regentropfen stapfe ich zur Haltestelle. Natürlich ohne Schirm, sonst wäre es ja nur halb so schlimm. Trotz des recht kurzen Fußweges fliegen mir an diesem Morgen relativ viele Gedanken durch die Gehirngänge. Neues Jahr, neuer Anfang. Was wird es wohl bringen, wie geht es weiter? Ich denke auch an meinen Blog, der (damals noch) bevorstehende Jahrestag war mir bereits bewusst. Der Blog. Wie wird es da wohl weitergehen? Und wie lange noch? Ist das gewählte Thema tatsächlich unerschöpflich?
Ich erreiche die Ampel und warte gesetzestreu auf das grüne Signal. Mein Blick fällt auf die fast erreichte Bushaltestelle. Dort steht nur eine Person. Ein Mann im schicken Zwirn, gestriegelter Frisur, Aktenköfferchen und spießig wirkender Sehhilfe. Höchstwahrscheinlich ist er nicht viel älter als ich, wirkt aus der Entfernung aber irgendwie väterlich.
Aber noch etwas stört mich an diesem Anblick und nach kurzer Zeit registriere ich den "versteckten Fehler": er steht mitsamt seines aufgeklappten Regenschirms, den er wie üblich über dem Kopf hält, unter dem Dach der Haltestelle. Doppelt hält besser, fällt mir dazu nur ein.
Ich weiß nicht, ob er mein Lächeln auf diese Distanz erkennen konnte. Aber es war dieser Kerl, der mir das gute und beruhigende Gefühl verlieh, dass es vermutlich noch sehr, sehr viele komische Geschichten aus der Großstadt geben wird.

An dieser Stelle also auch ein großes Dankeschön an alle Spießer, Prolls, Zicken, Freaks und andere Auffällige. Ihr seid der Stoff, aus dem die Lacher sind. Ich freue mich schon auf unsere neuen, gemeinsamen Erlebnisse.

Ganz zum Schluss noch eine kurze Anmerkung in eigener Sache:
ich denke derzeit über eine Neugestaltung meines Blogs nach. Also in erster Linie in Sachen Layout, Aufbau oder wie auch immer man es nennen möchte. Sozusagen ein neues Kleidchen für mein Schätzchen.
Der Name, der Inhalt, die Grundidee...kurz: alles Wichtige...wird natürlich so bleiben wie es ist. Zukünftig wahrscheinlich mit noch etwas höherer Gewichtung auf die lustigen und alltäglichen Themen und weniger auf tiefgründige und sentimentale Sachen. Aber im Großen und Ganzen wie gewohnt.
Insofern wundert Euch also bitte nicht, wenn Ihr demnächst auf diese Seite kommt und möglicherweise alles etwas anders aussieht. Es ist immer noch derselbe Tüdelkram.


Kommentare:

  1. Alles gute zum Bloggeburtstag. :) Mach einfach weiter so und amüsiere uns weiterhin mit deinen Geschichten.

    LG
    ACunicorn

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    1. Moin ACunicorn!

      Vielen Dank für die Glückwünsche.
      Und ja, das werde ich gerne tun :)

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  2. Ja scheiße auch dieser Alkohol immer, nä :D Alles Gute zum Einjährigen :-) Ich hoffe er bleibt uns noch viele weitere Jahre erhalten, ich find ihn nämlich ziemlich schnieke! Und ich bin ebenso gespannt darauf, wie du das Layout umgestalten wirst.

    Auch würde ich so gerne wieder zu all den komischen Begegnungen und witzigen Menschen etwas schreiben, aber dann würde ich morgen noch hier sitzen :-D Also beschränke ich mich auf: bitte mehr davon :-D
    Wie oft sitze ich da und denke mir genau solche Zeilen. Eigentlich jeden Tag. Du bringst sie einfach mit unglaublich viel Humor und Detailreichtum aufs Papier (bzw. den Blog), wie ich es sicher nur schwer könnte. Also: bitte mehr davon :-)
    Tschöö mit ö!

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    1. Moin Maribel!

      Ganz lieben Dank für die lobenden Worte. Schön zu hören.
      Damit habe ich die Motivation für´s 2. Jahr schon fast beisammen :)

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Danke für Dein Interesse!
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